Michael Bloss
O%CC%88kologisch.jpg

Ökologisch

 

Wir wissen mittlerweile, dass die Erdtemperatur durch unser menschliches Zutun um mindestens 1,5 Grad steigen wird - mit unvorhersehbaren Folgen. Dennoch werden im Rheinland, im Amazonas und auf Borneo weiter Urwälder gerodet; Flüsse von Bangladesch bis Bolivien auf Jahrzehnte mit Chemikalien vergiftet; und die Müllberge mit unserem Elektroschrott in Ghana wachsen stetig weiter. Die Hitze in Europa hat diesen Sommer nicht nur Ernten, sondern auch Wälder und Moore vernichtet.

Dieser Planet hat über viele Millionen Jahre Wunder hervorgebracht, über die man sein ganzes Leben nur staunen kann. Doch Menschen mit gewaltigen Maschinen gehen weltweit skrupellos gegen das vor, was unsere Heimat ist. Das Bewusstsein für die Vielfalt, die Einzigartigkeit und die Zerstörung dieses Planeten hat mich zur Politik gebracht. Die Erde ist kostbar - und unglaublich leicht zu zerstören. Es ist die größte Aufgabe der Menschheit, diesen Irrsinn aufzuhalten. Es ist an uns. Jetzt.

Der Klimawandel ist Symbol und komplexer Ausdruck des menschlichen Einflusses auf die Natur. Steigende Meeresspiegel, veränderte Vegetation und Wüstenbildung sind erst der Anfang - und haben bereits jetzt dramatische Folgen. Während sich manche davon im Moment noch finanziell kompensieren lassen, führen andere zu Konflikt und Vertreibung. Wenn ganze Inseln überschwemmt werden oder versandet sind, müssen Menschen fliehen und können nie mehr zurückkehren. Wir haben nur diese eine Welt. Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden nachfolgende Generationen zurecht fassungslos zurückblicken und sagen: Ihr hättet diese Katastrophe aufhalten können. Wieso habt ihr nichts getan?

Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel noch eindämmen kann. Wir können uns von Öl, Kohle und Gas unabhängig machen. Wir können mit einer Solarfläche, die so groß ist wie Münschen, ganz Deutschland mit Strom versorgen. Wir können dezentral und demokratisch wirtschaften. Wir haben die Technik, wir haben Ideen und wir haben genug von multinationalen Konzernen, die das Klima ruinieren und damit Geld scheffeln, während wir und zukünftige Generationen dafür bitter bezahlen. Dass wir viele sind und laut sein können, habe ich bei Ende Gelände und den Klimakonferenzen in Paris, Warschau und Kopenhagen erlebt. Das hat mich bestärkt: Ich will die Ökologie, die immer wieder von kurzfristig auftauchenden, aktuellen Themen überschattet wird, jeden Tag und bei jeder Gelegenheit in politische Debatten einbringen und zum integralen Bestandteil von Gesetzgebung machen.

Europa ist dafür der richtige Ort, denn die Klimakrise macht vor nationalen Grenzen nicht halt. Hier wird an der gemeinsamen Rahmengesetzgebungen zur Energiewende gefeilt, hier können wir einen Preis auf CO2 durchsetzen und Richtlinien für energieeffizientes Bauen festlegen. Die Energiewende funktioniert nur europäisch: Indem Wind aus den Niederlanden mit Solarenegie aus Griechenland gekoppelt wird. Europa hat die Möglichkeit, die Wirtschaft grün und klimafreundlich zu machen. Die Digitalisierung bietet dafür umfassende, neue Möglichkeiten. Die müssen wir nutzen. Europa kann das und noch viel mehr - und wir müssen das lautstark einfordern: Denn wenn wir es nicht tun, tut es niemand.

Im Europäischen Parlament werde ich mich dafür einsetzen,

  • dass die europäische Energiewende umgesetzt wird und notwendige Investitionen in den Ausbau der Netze gefördert werden,

  • dass ökologische Standards in der Handelspolitik gelten, indem das Pariser Klimaabkommen nicht von Handelsverträgen gebrochen wird und wir eine Klimaabgabe auf dreckige Importe einführen,

  • dass die EU global mit ambitioniertesten Klimaschutzzielen vorangehet, um das 1,5-Grad Ziel noch zu erreichen. Das heißt eine Reduktion der CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens. 55 Prozent.